Es ist Sonntag morgen 9 Uhr. Man kniet sich von Türschwelle zu Türschwelle, um die Übergangsleisten zwischen den Räumen und Bodenbelägen zu setzen und bei der vorletzten zu bohrenden Leiste setzt man den Bohrer zu tief und ein langsamer, aber stetiger Wasserfluss lässt einen ahnen, dass man wohl die Fussbodenheizung angebohrt hat. Das ist wohl eher eines der eher suboptimalen Ereignisse im Bauverlauf.

Die darauf folgenden und von nervenzusammenbruchstimmungshaften Zuständen wie „ich muss den ganzen frisch verlegten Parkettboden wieder raus reißen – ich kann den Sanitärler nicht erreichen – mein Handyakku ist gleich alle – das wird uns tausende von Euro kosten, wir werden alle sterben“ begleiteten Affekthandlungen wie Finger drauf – nützt nix, Silikon reinschmieren – nützt nix, einfach gehen und hoffen, dass es von selber wieder aufhört – nützt wahrscheinlich auch nix haben dann nach geraumer Zeit doch dazu geführt, das Hirn wieder einzuschalten und einfach den Sanitär Notdienst anzurufen.

Eine kompetente und ruhige Stimme am anderen Ende hat einen dann darauf hingewiesen, dass es sicherlich einen Unterverteiler der heizung geben muss und man die Wasserzufuhr mit einem Hahn ganz einfach unterbrechen kann, um den Druck aus der Anlage zu nehmen. Und siehe da, so war es dann auch. Das Leck ließ sich auf wundersame Weise auch recht unkompliziert flicken und eine neue Fließe einsetzen an der Stelle. Jaja, das Nervenkostüm wird nicht gerade fester beim Bau.